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Stellen Sie sich vor, was hätte passieren können, wenn Eric Clapton, Johnny Cash und Leonard Cohen ein unvergleichliches gemeinsames Konzert gegeben hätten.
Und nun hören Sie bitte wieder auf, sich das vorzustellen, denn an dem Ort, an dem wir uns befinden, ist keiner der drei je gewesen: Mitten im amerikanischen „Rust Belt“ liegt zwischen einer Tankstelle und einem Reifenlager das „After Midnight“, und wie die gesamte Region hat auch dieser Laden schon bessere Tage gesehen. Als Patties Mutter ihn eröffnete, spielten hier allabendlich mehr oder minder erfolgreiche Bands, und die Spirituosen flossen in Strömen. Jetzt fließt gar nichts mehr, vor allem kein Geld, und Pattie hätte der trostlosen Spelunke und ihrer Heimatstadt längst den Rücken gekehrt, gäbe es nicht einerseits die Verpflichtung dem mütterlichen Erbe gegenüber und andererseits ihren Freund Rick, der seine Karriere als Musiker partout nicht aufgeben will. Ausgerechnet in einer stürmischen und schneeverwehten Silvesternacht will er mit einem Konzert im „After Midnight“ das große Comeback seiner Band feiern.
Aber in dieser Nacht treibt vielleicht Zufall, vielleicht eine Planetenkonstellation oder einfach nur die Kälte auch noch den reisenden Händler Cassius und den eloquenten aber geheimnisvollen Dichter Norman in die Bar. Vier einsame Seelen sitzen nun abgeschnitten von der Außenwelt am Tresen des „After Midnight“, und es entspinnt sich ein abgründiges Spiel um Zukunft, Vergangenheit, Liebe, Trauer, Schuld und Hoffnung.

Ausgangspunkt für „After Midnight“ war die Idee von Ensemblemitglied Thomas Büchel zu einem musikalischen Programm mit Songs von Eric Clapton, Johnny Cash und Leonard Cohen, deren Werke und Biografien exemplarisch für tiefe Einsichten, tiefe Gefühle, aber auch tiefe Abgründe stehen. Ein „Grindhouse-Liederabend“ irgendwo im Niemandsland zwischen Edward-Hopper-Gemälden, Tarantino und Blues: „There is a crack in everything. That's how the light gets in.“ - © Schauspiel Essen

  • Inszenierung: Christian Tombeil
  • Bühne und Kostüme: Ivonne Theodora Storm
  • Musikalische Leitung: Hajo Wiesemann
  • Dramaturgie: Florian Heller