Spielzeit 2011/12

Ach ja! Und da war dann noch die letzte Premiere der Spielzeit 11/12

  • Inszenierung: Katja Blaszkiewitz
  • Bühne, Kostüme und Video: Kathrin Hauer, Christina Hillinger  
  • Musik: Roman Keller
  • Dramaturgie: Judith Heese  

Was Flötenunterricht anrichten kann! Ohne die Stunden bei Musiklehrer Miller hätten sich die bürgerliche Luise, Millers einzige Tochter, und der adlige Major Ferdinand niemals kennen und lieben gelernt – und einen vielleicht weitaus glücklicheren Lebensweg eingeschlagen. Nun beruht ihre junge Liebe aber auf Gegenseitigkeit und entgegen der Pläne, die ihre Väter für sie haben, verteidigen sie die nicht standesgemäße Verbindung mit aller Kraft. Ferdinands Vater, Präsident von Walter, interessiert das herzlich wenig. Aus politischen Gründen will er seinen Sohn um jeden Preis mit Lady Milford, der Geliebten des Herzogs, vermählen, wodurch sich sein eigener Einfluss bei Hofe bedeutend vergrößern würde. Um Ferdinand dazu zu bewegen, sich von Luise loszusagen und der Zweckehe zuzustimmen, spinnt der Präsident – angetrieben von Haussekretär Wurm – eine perfide Intrige, die seinen Sohn glauben macht, Luise betröge ihn. Das grausame Spiel geht auf: Aus tiefster Zuneigung wird rasende Eifersucht. Und so ist es letztlich Ferdinands eigener Mangel an Vertrauen, der die beiden Liebenden das Leben kostet. - © Schauspiel Essen

  • Regie: Martina Eitner-Acheampong
  • Bühne: Jan Steigert
  • Kostüme: Yvette Schuster
  • Dramaturgie: Judith Heese

London, irgendwann in der Zukunft. Drei Wissenschaftler suchen in einem Forschungslabor der Regierung nach Lösungen für die beiden drängendsten Probleme der Zeit: das Alter und die Jugend. Einerseits leben Senioren länger, als es biologisch natürlich bzw. ökonomisch sinnvoll erscheint und machen das Gemeinwesen uneffektiv und teuer. Auf der anderen Seite ist die Anzahl der von ihren überarbeiteten Eltern vernachlässigten Jugendlichen in den letzten Jahren sprunghaft gestiegen. Die Forscher haben einen Weg gefunden, diese zwei demografischen Zeitbomben zu entschärfen: die Daseinsberechtigung der Alten unter Vorbehalt. Nur wenn diese bereit sind, nach einem festgelegten System Punkte zu sammeln, indem sie beispielsweise einen vernachlässigten Jugendlichen als Adoptivenkel bei sich aufnehmen oder alternativ an medizinischen Tests in der neuen Klinik “Die Arche” teilnehmen, werden sie weiterhin geduldet. Für unkooperative Alte gibt es eine ultimative Dienstleistung: die Pille für den sanften Tod. Immerhin sieht man mit “Ryanol” farbenprächtige Papageien, bevor man stirbt. So macht das Leben der Alten wieder Sinn, die Jugendproblematik ist gelöst und der effiziente und reibungslose Ablauf des öffentlichen Lebens wieder gewährleistet.
Dies ist die Welt, in der die betagten Geschwister Lynn, Alice und Robbie sich behaupten müssen – immer im Kampf um die erforderlichen Punkte: Die an fortschreitendem Gedächtnisverlust leidende Lynn adoptiert die 16-jährige Millie, was sie dennoch nicht vor der “Arche” bewahrt. Lynns Schwester Alice leidet an Schwerhörigkeit, Diabetes und Gelenkverschleiß und findet sich nach einem schweren Sturz ebenfalls in der berüchtigten Klinik wieder. Und Robbie versucht verzweifelt, mittels Mode, Pflegeprodukten und Haarfärbemitteln immer jünger zu wirken.

Aus der politischen und der privaten Perspektive heraus und mit tiefschwarzem Humor betrachtet “Richtig alt, so 45” eine fiktive, ungeduldige Leistungsgesellschaft, in der das Alter als Ordnungswidrigkeit begriffen wird. Das Stück entwirft eine zugespitzte Dystopie von “Menschen ohne Funktion” in einer Gesellschaft, die nichts mehr zu verschenken hat. 
Die Stücke der britischen Autorin Tamsin Oglesby laufen u. a. an der Royal Shakespeare Company und am National Theatre. Dort feierte 2010 auch “Really old, like 45” seine Uraufführung. Nun kommt es als Deutsche Erstaufführung am Schauspiel Essen heraus. - © Schauspiel Essen

  • Inszenierung: Jens Pesel
  • Bühne und Kostüme: Diana Pähler
  • Videografie: Anika Takagi, Stefanie Großerichter, Thomas Tegethoff
  • Dramaturgie: Marc-Oliver Krampe

“Es muss ein Jäger sein, so will’s der Brauch!” Was die Wahl seines zukünftigen Schwiegersohnes angeht, kennt Förster Bertram kein Wenn und kein Aber, da mag sich seine Tochter Käthchen sträuben, wie sie will. Und auch die Einwände von Förstersgattin Anne verhallen ungehört. Der junge Jägersbursche Robert scheint genau der richtige Kandidat zu sein, kennt er doch den Wald wie seine Westentasche. Aber Käthchen liebt nun einmal den Schreiber Wilhelm, und so stellt der Vater schließlich eine Bedingung: Mit einem “Probeschuss” soll Wilhelm seine Zielsicherheit unter Beweis stellen. So macht sich der junge Mann, das Gewehr geschultert, zu Übungszwecken auf in den Wald, doch gleich seine ersten Schussversuche scheitern jämmerlich. In seiner Angst, in der Prüfung zu versagen und Käthchen für immer zu verlieren, lässt Wilhelm sich auf einen Handel mit dem undurchsichtigen Pegleg ein. Sieben Gewehrkugeln erhält er von diesem, magische Geschosse, die niemals ihr Ziel verfehlen. Doch der Pakt mit dem Teufel hat seinen Preis … - © Schauspiel Essen

Eine kleine Band und viele Instrumente im Orchestergraben, dazu eine Armee aus Mikroports. Die Band:

  • Willi Haselbek: Piano/Keyboard/Glasharfe
  • Jörg Kinzius: Drums/Percussion
  • Christoph Kammer: Kontrabass/singende Säge
  • Kim Jovy: Klarinette/Bassklarinette/Saxophon
  • Olaf Scherf: E-Gitarre/Banjo/Glasharfe
  • Jörn Wegmann: Akkordeon/Posaune/Basstrompete  
So kommen dann mal entspannte 43 Signale am Pult an.
 
 
  • Inszenierung: Reinhardt Friese
  • Musikalische Leitung: Willi Haselbek
  • Bühne: Günter Hellweg 
  • Kostüme: Annette Mahlendorf  
  • Dramaturgie: Vera Ring  

"Rebellion liegt in der Luft: Das Volk von Rom geht auf die Straße. Es hat kein Brot, keine Stimme, keine Zukunft. Vor allem gegen den erfolgreichen General Caius Martius, der kein Hehl aus seiner Verachtung für den protestierenden Pöbel macht, richtet sich der Volkszorn. Doch die aufkeimende Revolte wird erstickt durch die drohende Invasion der Volsker, angeführt von Martius’ Todfeind Tullus Aufidius. Caius Martius zieht in die Schlacht – und kehrt als gefeierter Kriegsheld zurück. “Corialanus” nennt man ihn nun, hat er doch fast im Alleingang die Stadt Corioli eingenommen. Jetzt steht ihm die Tür in die Politik offen. Zwar hält sein eigener politischer Ehrgeiz sich in Grenzen, aber nicht wenige seiner Mitstreiter und vor allem seine Mutter Volumnia sähen ihn gerne in einer führenden Position. Doch Coriolanus mag ein brillanter Feldherr sein, ein Diplomat ist er nicht: Viel zu stolz ist er, seine militärischen Verdienste für seinen Wahlkampf zu nutzen. Er hat sein Leben riskiert für die Stadt – muss das nicht reichen? Diesen Mangel an Diplomatie machen sich seine Gegner zunutze und instrumentalisieren das Volk für ihre eigenen Zwecke: Es kommt zum Aufstand gegen Coriolanus. Der einstige Kriegsheld wird verbannt und schwört Rache. Er verbündet sich mit seinem größten Feind Tullus Aufidius und marschiert gegen Rom…" © Schauspiel Essen

Meine bisher größte Videoproduktion. Die Inszenierung findet auf einer Raumbühne statt und ist umgeben von einer ca 50m langen Projektionsfläche. Mit 5 Beamern wird das Gesamtbild gebaut. 

  • Inszenierung: Thomas Krupa
  • Bühne, Kostüme und Video: Andreas Jander Jana Findeklee und Joki Tewes
  • Musik: Simon Camatta
  • Dramaturgie: Vera Ring